Die Kohlebahner
1990 kam eine Einladung zu einer Tour in die Region zwischen Leipzig und Altenburg einem schlechten Scherz gleich, bildete der Südraum von Leipzig und dem angrenzenden Altenburger Land doch ein Zentrum der Braunkohlen- Energie- und Karbonindustrie in der DDR.

Qualmende Schlote, schmutzige Industriegebiete und ein, seine nicht übersehbaren Spuren ständig hinterlassender Werkbahnbetrieb prägten das Bild der Landschaft. Mit der Wende und dem Strukturwandel der Industrie im letzten Jahrzehnt verschwanden die meisten alten Anlagen der Braunkohlenindustrie aus dem Landschaftsbild, erreichte auch der Betrieb der Werk- und Anschlussbahnen seinen Nullpunkt im Revier Borna-Meuselwitz.

Die sich anschließenden Sanierungsarbeiten in unserer Region haben das Panorama total verändert; der größte Teil der Braunkohlenanlagen wurde zurückgebaut. Der Wegfall des bergbaulichen Bahnbetriebes brachte aber auch ganz unterschiedliche Menschen dazu, sich in dem Willen, bergbauliche Traditionen wahren zu wollen, zusammen zu tun und so an vergangene Zeiten zu erinnern.

So entstand auch 1996 der Verein "Kohlebahnen Haselbach e. V.", in dem ehemalige Bergleute, Unternehmer, Politiker und interessierte Bürger, aber auch Kommunen aus der Region dieses ehemalige wichtige Verkehrsmittel als Museums- und Traditionsbahn weiter betrieben. Aller Anfang war auch hier schwer und der Weg bis zum heutigen Zustand steinig und durch jede Art Bürokratismus behindert.

Heute ist die Kohlehahn ein nicht mehr wegzudenkender touristischer Faktor im Altenburger Land, sowie im Leipziger Südraum. Inzwischen haben tausende Menschen den Pendelverkehr zwischen der thüringischen Kleinstadt Meuselwilz und dem sächsischen Regis-Breitingen auf offenen oder niveauvoll eingerichteten Salonwagen genossen, haben eine reizvolle Bergbaufolgelandschaft zwischen Kammerforst und Auenholz entdecken können.

Seit Bestehen fand die kleine nostalgische Bahn mit ihrer Spurweite von 900 mm großen Zuspruch. Viele Gäste und Besucher sprachen den Vereinsmitgliedern Dank und Anerkennung für ihre geleistete Arbeit beim Erhalt der Kohlehahn aus. Der Fahrverkehr, eigentlich Mittel zum Zweck, nämlich mit dem Zug auch jede Menge Besucher in das vereinseigene Museum "Eisenbahngeschichte und bergbautypische Schienenfahrzeuge aus der Region" zu befördern.

Hoffen und wünschen wir, dass wir noch einer Vielzahl von Menschen die Schönheit unserer unmittelbaren Heimat, verbunden mit etwas Bergbau- und Eisenbahnnostalgie, näher bringen und unser Motto "Tradition, die verbindet" verwirklichen können.
 
Die "Kohlebahner" laden Sie dazu herzlich ein.